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  • Thomas Fritsche

WAS FÜR EIN SPIEL!

Die USV VIMODROM Baskets Jena müssen sich in einem dramatischen Spiel nach Overtime beim Tabellenführer aus Wedel geschlagen geben. Aber trotz aller Enttäuschung über die Niederlage überwiegt das positive Gefühl, dem Spitzenteam aus dem hohen Norden alles abverlangt zu haben.



Nach langer Anreise, durch Stau und Umleitungen war man insgesamt über sechs Stunden unterwegs, galt es, schnell auf Betriebstemperatur zu kommen. Das gelang auch, beide Teams schenkten sich in den ersten Spielminuten nichts. Während Wedel vor allem Brett über Jessica Höötmann und Laura Rahn erfolgreich war, punkteten die VIMODROM Ladies meist von außen. Vor allem Jenas Topscorerin Sydney Kopp war nicht zu stoppen, sorgte allein für 17 der 25 Punkte ihres Teams in den ersten zehn Minuten.


Im zweiten Viertel nutzte Wedel eine kurze Schwächephase der Gäste und konnte in Führung gehen. Doch Jena schlug zurück, verteidigte hart und fand offensiv den Weg ans Brett. Es war aber wieder ein Dreier, dieses Mal von Jenas Kapitän Denise Alkewitz, der mit der Halbzeitsirene die 43:38 Führung besorgte.


Nach der Halbzeitansprache erwischten die Universitätssportlerin den besseren Start und konnte sich weiter absetzen. Jetzt war auch Sarah Bennett im Spiel angekommen, sorgte mit ihrer Schnelligkeit ein ums andere Mal für Kopfzerbrechen bei Wedels großen Spielerinnen. Mitte des Spielabschnitts war man auf neun Punkte enteilt, aber Wedel kam zurück. Angeführt von der an diesem Tag nicht zu stoppenden Jessica Höötmann und Aufbauspielerin Fee Zimmermann kämpfte man sich bis zum Viertelende auf einen Punkt heran, um zu Beginn des vermeintlich letzten Spielabschnitts die Führung zu übernehmen.


Jena schien nun ob der langen Anreise und dem schnellen Spiel etwas die Luft auszugehen, aber weit gefehlt. Sydney Kopp puschte ihr Team nach vorn und zwei Dreier von Annika Schwarz und Vanessa Kajan sorgten 22 Sekunden vor Schluss für den Ausgleich. Eine Defense musste man noch überstehen und eventuell einen letzten Wurf verwandeln. Der Stopp gelang, aber Wedel spielte die Uhr weit runter und Jena hatte keine Gelegenheit zum Wurf. Also hieß es zum zweiten Mal in Folge: Overtime!


Hier sollten Kleinigkeiten über Sieg und Niederlage entscheiden. Wedel legte am Brett vor, Jena zog nach. Aber zwei kleine Abstimmungsfehler auf Jenaer Seite sorgten dafür, dass kein guter Wurf erarbeitet werden konnte. Wedel hingegen fand Höötmann am Korb, die auch von der Freiwurflinie sicher war. In den letzten zwei Minuten der Overtime konnte sich der Gastgeber absetzen, Jena musste punkten. Kopp zum Brett, Lilly Feistkorn von der Freiwurflinie hielten den Rückstand in Grenzen, am Ende sollte es aber nicht reichen.


Nach intensiven 45 Spielminuten müssen sich die USV VIMODROM Baskets geschlagen geben, konnten den Heimweg aber erhobenen Hauptes angehen. Sydney Kopp zeigte mit 35 Punkten, 7 Rebounds und 7 Assists bei nur 2 Ballverlusten eine überragende Leistung und trug das Team. Vanessa Kajan, Lilly Feistkorn, Annika Schwarz und Sarah Bennett punkteten ebenfalls zweistellig. Gerade in der ersten Hälfte lief das offensive Spiel flüssig und variabel. Am Ende muss man sich hauchdünn geschlagen geben, aber vor allem lernen, welche Situationen man zukünftig besser lösen sollte. Vor allem aber sollte dieses Spiel, trotz der Niederlage, Selbstvertrauen für die anstehenden Spiele geben. Nach zunächst drei Niederlagen zu Saisonbeginn ist man in der Liga angekommen.

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